Über die Liebe des Propheten (s.a.a.s) zu den Kindern

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Es waren nun schon ganze drei Monate, dass Salimah nicht zur Moschee gegangen war. Sie dachte besonders in Zeiten des Ezans an die Moschee. Sie war nun seit drei Monaten eine Mutter und hatte niemanden, der hin und wieder mal sich um ihr Baby kümmerte. Ihr Mann hatte einen schweren Beruf in den Dörfern von Medina und arbeitete von morgens bis abends, um seine Familie zu ernähren.

Er hatte dadurch keine Zeit auf das Baby aufzupassen und auch kein Geld, um jemanden dafür zu bezahlen, dass man seiner Frau hin und wieder half. Salimah war dennoch eine sehr glückliche Frau, hatte aber immer wenn sie den Ezan hörte ein komisches Gefühl. Sie erinnerte sich dann immer an die herzliche und warme Stimme des Propheten saw. Wie sehr sehnte sie sich danach, einfach wieder in den Moschee zum Gebet zu gehen.

Ihr Kind war ein sehr anstrengendes Baby, welches viel weinte und kaum ruhig war. Daher war Salimah immer müde und erschöpft. Sie wusste, dass es für sie eine Erfrischung wäre, in die Moschee zu gehen und hinter dem Propheten (s.a.a.s.) zu beten. Aber sie konnte das Kind ja nicht einfach alleine lassen.

Auch dieser Tag ging vorbei wie jeder andere auch, als sie dann den Ezan über Medina hörte: „Allahu Akbar“.

Salimah verspürte in ihrem Herzen eine tiefe Traurigkeit. Sie sah ihr Kind an und lauschte dem Ezan. Das Baby war am schlafen. Salimah stand auf und zog sich an. Sie wusch sich zum Gebet und nahm ihr Kind langsam in die Arme. Sie lief aus dem Haus und beeilte sich, um zum Gebet zu kommen. Ihre Füße liefen wie von selbst in Richtung der großen Moschee.

Sie wurde ganz ruhig als sie ankam. Das Gebet hatte noch nicht begonnen und sie freute sich, dass sie noch pünktlich war. Sie betrat langsam die Moschee. Salimah sah ihr Kind an. Es war wach und hatte ein Lächeln auf den Lippen. Salimah dachte bei sich: „Warum habe ich mich verrückt gemacht? All die ganze Zeit hätte ich es doch so wie jetzt machen können? Es ist so schade, einfach zu Hause zu bleiben. Auch wenn ich nur eine Rakat hinter dem Propheten beten würde.“ Salimah stand noch nicht ganz in den Reihen, als sie den Muezzin rufen hörte. Sie stellte sich schnell in die Reihen und suchte nach einem geeigneten Platz für ihr Baby.

Dann hörte sie die wundervolle Stimme des Propheten (s.a.a.s.) sagen: „Allahu Akbar“. Das Gebet begann. Salimah legte ihr Kind auf eine Strohmatte nieder. Das Kind war ruhig und sie hoffte, dass es die ganze Zeit über ruhig bleiben würde, damit sie in Ruhe beten konnte. Es war nur die wunderschöne Stimme des Propheten (s.a.a.s.) zu hören und sonst gar nichts. Sie hörte wie der Prophet (s.a.a.s.) Suret Fatiha aus vollstem Herzen zitierte. Drei Monate lang hat sie dies nicht gehört. Ihr Herz füllte sich mit Freude und Glück. Plötzlich begann ihr Baby zu weinen. Salimahs Herz erschrak. In der heiligen Stille in der Moschee erschien das Weinen des Babys als unheimlich laut. Sie schämte sich, dass sie nun mit dem Weinen des Kindes die anderen störte. Sie wollte das Gebet so schnell wie möglich beenden und dann mit ihrem Kind fortgehen. „Allahu Akbar“ .. alle Betenden standen auf. Ebenso Salimah. Das Kind hörte nicht auf zu weinen. Der Prophet (s.a.a.s.) zitierte das Gebet sehr schnell. Er verrichtete alle Teile des Gebets sehr schnell. Auch die zweite Rakat wurde schnell gemacht; ebenso die Dritte wurde schneller als üblich gemacht.

Salimahs Kind weinte noch immer. Salimah war so beängstigt, dass sie nicht mal merkte, dass der Prophet das Gebet früher als sonst beendete. Sie schämte sich so entsetzlich, dass sie die Ruhe des Gebets gestört hatte. Sie wollte das Kind nehmen und schnell nach Hause laufen als sie auf das lächelnde Gesicht des Propheten traf. Er kniete vor dem Baby und lächelte es an. Das Baby wurde sofort ruhig und sah den lächelnden Propheten an. Die Betenden waren über die Kürze des Gebets sehr überrascht. Aber noch mehr darüber, dass der Prophet (s.a.a.s.) nach dem Gebet sofort aufgestanden war. Als der Prophet zurück kam, wollten sie wissen, warum er das getan hat. „Habt ihr denn nicht alle das Weinen des Kindes gehört?“

Jeder verstand, dass der Prophet das Gebet früher als sonst beendete, um das weinende Kind zu beruhigen. Auch Salimah hörte, was der Prophet gesagt hatte. Sie wusste, dass er das Gebet schnell beendete, damit sie sich um das Baby kümmern konnte. Sie nahm das Kind und sagte: „Du unruhiges Kind! Hast so viel geweint, dass du die Aufmerksamkeit des Propheten auf dich gezogen hast. Wenn du größer wirst, werde ich dir erzählen, wie sehr der Prophet Kinder liebte.“

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übersetzt von Um Abdel Kareem
Quelle: Naba Cultural Organization

 

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